Empirische Bildungsforschung

Forschungsprojekt zum Landesprogramm "Kinderrechteschulen NRW"

Im Rahmen des Landesprogramms „Kinderrechteschulen NRW“, einem Kooperationsprojekt des Ministeriums für Schule und Bildung NRW, von UNICEF Deutschland e. V. und der Qualitäts- und UnterstützungsAgentur – Landesinstitut für Schule (QUA-LiS NRW), untersuchen wir an der Bergischen Universität Wuppertal, wie sich demokratische Orientierungen und kinderrechtsbezogene Einstellungen im Grundschulalter entwickeln und welche Rolle Schule dabei als Lern- und Erfahrungsraum spielt. Im Zentrum unseres Forschungsinteresses stehen Fragen danach, wie Kinder Partizipation erleben, wie sich ihre Vorstellungen von Fairness, Mitbestimmung und Selbstwirksamkeit verändern und unter welchen schulischen Bedingungen diese Entwicklungen besonders gefördert werden können. Ergänzend betrachten wir, wie sich Haltungen und Handlungsorientierungen im pädagogischen Personal im Verlauf des Programms verändern. Grundlage sind standardisierte, altersangepasste Befragungen von Kindern der Klassen 1 bis 4 sowie von Lehr- und Fachkräften zu zwei Messzeitpunkten. Ziel ist es, die Prozesse der demokratischen Bildung in der Kindheit empirisch besser zu verstehen und daraus Impulse für eine kinderrechtsorientierte Schulkultur abzuleiten.

 

Sekundäranalyse von Bildungsentscheidungen und Weiterbildungsbeteiligung Erwachsener mit Grundbildungsbedarf auf der Basis jüngerer Daten der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Im Rahmen dieses Forschungsprojekts untersuchen wir Bildungs- und Berufsverläufe von Erwachsenen mit geringer formaler Qualifikation sowie Faktoren, die ihre Weiterbildungsbeteiligung beeinflussen. Im Fokus stehen unterschiedliche Gruppen geringqualifizierter Erwachsener, darunter Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung sowie Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund. Ziel ist es, typische Bildungs- und Erwerbsverläufe sichtbar zu machen und individuelle sowie strukturelle Bedingungen zu identifizieren, die Bildungsentscheidungen im Erwachsenenalter prägen. Grundlage sind Sekundäranalysen großer Datensätze der Bildungs- und Arbeitsmarktforschung (u. a. AES, SOEP und IAB-BAMF-SOEP). Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Barrieren und Potenziale der Weiterbildungsbeteiligung besser zu verstehen und zielgruppenspezifische Handlungsempfehlungen abzuleiten. 

Projektförderung: Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE) gefördert. 

Weitere Mitarbeitende im Projekt: Dr. Benjamin Schimke (operative Leitung) und Florian Monstadt 

Dauer: 1/2026 – 10/2026

 

Entwicklung devianter Karrieren an brasilianischen Grundschulen

In diesem Forschungsprojekt untersuchen wir, wie abweichendes Verhalten von Schüler*innen im Unterricht entsteht und sich im Zusammenspiel schulischer Interaktionen über die Zeit entwickelt. Im Mittelpunkt stehen Prozesse zwischen Schüler*innen und Lehrkräften sowie die Frage, wie aus alltäglichen Interaktionsmustern langfristig problematische Entwicklungsverläufe oder „deviante Karrieren“ entstehen können. Hierfür werden Unterrichtsbeobachtungen sowie Interviews mit Schüler*innen und Lehrkräften an brasilianischen Grundschulen durchgeführt. Durch die längsschnittliche Anlage des Projekts sollen Entwicklungsdynamiken und Veränderungsprozesse über mehrere Jahre hinweg nachvollzogen werden. Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre.

Projektförderung: CAPES Brasilien

Weitere Mitarbeitende im Projekt: ELIANA DE SOUSA ALENCAR MARQUES (administrative Projektleitung in Brasilien), Thais Lima (Doktorandin), Carlos Eduardo Barbosa (Masterstudent), Mariana Freitas (BA Studentin)

Laufzeit: 2025 - 2028

 

Die Entwicklung devianter Karrieren in schulischen Interaktionsprozessen (Schuchart / Bühler-Niederberger)

Finanzierung: DFG (SCHU 2399/6-1 / BU 1034/13-1; Laufzeit: 2025-2028)

Diese Studie untersucht, wie regelüberschreitendes Verhalten von Grundschüler:innen zu einer abweichenden Schullaufbahn führen kann. Auf Grundlage eines interaktionistischen Ansatzes analysieren wir im Längsschnitt, wie Lehrkräfte und Schüler:innen Regelverstöße interpretieren und ob daraus eine informelle oder formale Etikettierung resultiert. Dies kann die Handlungsoptionen der betroffenen Schüler:innen einschränken und langfristige Konsequenzen für ihre Schulkarriere haben. Empirisch stützen wir uns auf Unterrichtsbeobachtungen und Interviews. Ziel ist ein besseres Verständnis der Prozesse, die zur devianten Karriere von Schüler:innen beitragen können – mit potenziell weitreichenden Folgen.

 

(De-)Institutionalisierung Bildung und Erziehung

Weitere Informationen finden Sie auf der Website
​​​​​​​

Aufstieg als Integration: Eine Herausforderung für die Institutionen des Zweiten Bildungswegs (Schuchart / Bühler-Niederberger).

Finanzierung: BMBF Rahmen des Programms "Migration und gesellschaftlicher Wandel“ (100323589, Laufzeit: 2018-2021)

Aufstieg als Integration: Eine Herausforderung für die Institutionen des zweiten Bildungswegs. Das Projekt untersucht, inwieweit Institutionen des zweiten Bildungswegs ihre Anforderungen, Erwartungen, Haltungen, Diskurse sowie die Praktiken im Unterrichtsgeschehen – kurz: ihre "Schulkultur" – an eine veränderte Zusammensetzung ihrer Studierendenschaft anpassen. Dazu geht es folgenden Fragen nach: (1) Mit welchen individuellen Haltungen und Erfolgserwartungen besuchen Studierende mit Migrationshintergrund, die einen rasch wachsenden Teil der Studierendenschaft ausmachen, diese Institutionen? (2) Inwiefern definieren diese individuellen Haltungen eine „Schülerkultur“, d.h. ein in bestimmter Weise von der Studierendenschaft als Ganzes eingegangenes „Arbeitsbündnis“ mit den Lehrkräften sowie Regeln, die unter den Studierenden in Bezug auf die Bedeutung von Schule und Leistung gelten? (3) Welche Passung wird erreicht zwischen (individuellen) Haltungen der Studierenden, (kollektiver) Studierendenkultur und (institutioneller) Schulkultur und inwieweit wird dadurch die Umsetzung der Ambitionen der Studierenden ermöglicht? Damit soll ein Beitrag geleistet werden zur Erforschung der Bedeutung von Erfolgserwartungen und Ambitionen, die im Kontext von Migration zentral sind. Es sollen die Herausforderungen geklärt werden, vor die sich Bildungsinstitutionen – vor allem die des zweiten Bildungswegs – gestellt sehen und ihre Möglichkeiten, diesen gerecht zu werden.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Projektseite.

 

Normalität und Abweichung – Diagnose und Bearbeitung von Lernstörungen aus soziologischer Perspektive (Bühler-Niederberger / Schuchart)

Finanzierung: ZEFFT Universität Wuppertal. Laufzeit: 06/2017-03/2018

Gegenstand der Vorstudie ist die Diagnose von Verhaltensstörungen bei Grundschülern, die das Lernverhalten in der Schule beeinträchtigen; dabei konzentrieren wir uns auf  Diagnosen, die durch die Schule resp. in deren Umfeld angestoßen werden. Es interessiert der soziale Prozess, den solche Diagnosen darstellen. Gemeint ist damit, dass solche Diagnosen keine simple und unweigerlich und immer erfolgende Bezeichnung eines immer schon eindeutigen Zustandes darstellen. Vielmehr werden relevante Wissensbestände interpretiert und verhandelt und ihre Anwendung wird von Merkmalen der Personen, der Situationen und der Interaktionen beeinflusst.

 

Schulwahl in Deutschland: Welchen Einfluss haben regionale und sozial-ökonomische Bedingungen auf die Wahl der Grundschule? (Schneider, K., Schuchart, C. & Weishaupt, H.)

Finanzierung: DFG Laufzeit 01.03.2008 - 28.02.2011

Eine empirische Analyse für die Städte Wuppertal und Solingen vor und nach dem Inkrafttreten des neuen NRW-Schulgesetzes

 

Chancengerechtigkeit in der Sekundarstufe II: Eine Interventionsstudie zur Unterstützung der Studienabsicht (Schuchart, C. & Buchwald, P.)

Finanzierung: BMBF Rahmen des Programms "Empirische Bildungsforschung" - Ausschreibung "Chancengerechtigkeit und Teilhabe, Sozialer Wandel und Strategien der Förderung (01JC1109) Laufzeit 2012 - 2015 

Hier finden Sie den Schlussbericht

 

Lerneinheit Projektbasiertes Lernen "Lokale Eigenarten und globaler Wandel" (Buehler-Niederberger, D., Imbusch, P., Schuchart, C. & Westerfeld, K.)

Finanzierung: BMBF Sozialwissenschaften/Bildungswissenschaften im Programm "Kohärenz in der Lehrerbildung / Qualitätsoffensive Lehrerbildung Laufzeit 2015 - 2016


Die abschlussbezogene Aufwärtsmobilität von Hauptschülern unter der Bedingung einer strukturellen Öffnung in der Sekundarstufe I (Schuchart, C.)

Finanzierung DFG (GZ SCHU 2399/1-1) Laufzeit 01-10.2007 bis 30.09.2010