Im Rahmen des Landesprogramms „Kinderrechteschulen NRW“, einem Kooperationsprojekt des Ministeriums für Schule und Bildung NRW, von UNICEF Deutschland e. V. und der Qualitäts- und UnterstützungsAgentur – Landesinstitut für Schule (QUA-LiS NRW), untersuchen wir an der Bergischen Universität Wuppertal, wie sich demokratische Orientierungen und kinderrechtsbezogene Einstellungen im Grundschulalter entwickeln und welche Rolle Schule dabei als Lern- und Erfahrungsraum spielt. Im Zentrum unseres Forschungsinteresses stehen Fragen danach, wie Kinder Partizipation erleben, wie sich ihre Vorstellungen von Fairness, Mitbestimmung und Selbstwirksamkeit verändern und unter welchen schulischen Bedingungen diese Entwicklungen besonders gefördert werden können. Ergänzend betrachten wir, wie sich Haltungen und Handlungsorientierungen im pädagogischen Personal im Verlauf des Programms verändern. Grundlage sind standardisierte, altersangepasste Befragungen von Kindern der Klassen 1 bis 4 sowie von Lehr- und Fachkräften zu zwei Messzeitpunkten. Ziel ist es, die Prozesse der demokratischen Bildung in der Kindheit empirisch besser zu verstehen und daraus Impulse für eine kinderrechtsorientierte Schulkultur abzuleiten.
Im Forschungsprojekt VOICES wird untersucht, wie sich demokratische Werte bei Kindern in der Grundschule entwickeln und welche Rolle schulische Erfahrungen dabei spielen. Im Mittelpunkt steht insbesondere die Frage, inwiefern die Erfüllung grundlegender kindlicher Bedürfnisse im Schulalltag (bspw. Zugehörigkeit, Unterstützung und faire Behandlung) mit der Entwicklung demokratischer Werte zusammenhängt. Dazu werden in Zusammenarbeit mit Studierenden standardisierte Befragungen mit Kindern der 3. und 4. Klassen an Grundschulen in Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Ziel des Projekts ist es, die Bedingungen demokratischer Wertentwicklung in der Kindheit genauer zu verstehen und damit einen Beitrag zur empirischen Bildungs- und Sozialisationsforschung zu leisten.
VOICES ist ein Kooperationsprojekt von Anne Kosubek (AG Grundschulpädagogische Forschung), Fabian Schächt (AG Pädagogische Diagnostik) und Florian Monstadt (AG Empirische Bildungsforschung).
Im Rahmen dieses Forschungsprojekts untersuchen wir Bildungs- und Berufsverläufe von Erwachsenen mit geringer formaler Qualifikation sowie Faktoren, die ihre Weiterbildungsbeteiligung beeinflussen. Im Fokus stehen unterschiedliche Gruppen geringqualifizierter Erwachsener, darunter Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung sowie Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund. Ziel ist es, typische Bildungs- und Erwerbsverläufe sichtbar zu machen und individuelle sowie strukturelle Bedingungen zu identifizieren, die Bildungsentscheidungen im Erwachsenenalter prägen. Grundlage sind Sekundäranalysen großer Datensätze der Bildungs- und Arbeitsmarktforschung (u. a. AES, SOEP und IAB-BAMF-SOEP). Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Barrieren und Potenziale der Weiterbildungsbeteiligung besser zu verstehen und zielgruppenspezifische Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Projektförderung: Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE) gefördert.
Weitere Mitarbeitende im Projekt: Dr. Benjamin Schimke (operative Leitung) und Florian Monstadt
Dauer: 1/2026 – 10/2026
In diesem Forschungsprojekt untersuchen wir, wie abweichendes Verhalten von Schüler*innen im Unterricht entsteht und sich im Zusammenspiel schulischer Interaktionen über die Zeit entwickelt. Im Mittelpunkt stehen Prozesse zwischen Schüler*innen und Lehrkräften sowie die Frage, wie aus alltäglichen Interaktionsmustern langfristig problematische Entwicklungsverläufe oder „deviante Karrieren“ entstehen können. Hierfür werden Unterrichtsbeobachtungen sowie Interviews mit Schüler*innen und Lehrkräften an brasilianischen Grundschulen durchgeführt. Durch die längsschnittliche Anlage des Projekts sollen Entwicklungsdynamiken und Veränderungsprozesse über mehrere Jahre hinweg nachvollzogen werden. Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre.
Projektförderung: CAPES Brasilien
Weitere Mitarbeitende im Projekt: ELIANA DE SOUSA ALENCAR MARQUES (administrative Projektleitung in Brasilien), Thais Lima (Doktorandin), Carlos Eduardo Barbosa (Masterstudent), Mariana Freitas (BA Studentin)
Laufzeit: 2025 - 2028
(Claudia Schuchart & Doris Bühler-Niederberger)
Doktoranden: Leon Dittmann & Jennifer Adomat
Der Beginn der Schulzeit stellt für Lehrkräfte, Schüler*innen und ihr Erziehungsberechtigte einen bedeutsamen Übergang in ein neues System dar – mit neuen Anforderungen, Erwartungen und Regeln, in dem sicheres Handeln häufig erst erlernt werden muss. In unserem Projekt „KINO – Klassenzimmer: Interaktionen in einer neuen Ordnung“ interessieren wir uns dafür, wie Lehrkräfte und Schüler*innen schulische Ordnung gemeinsam etablieren, wahrnehmen und im Unterrichtsalltag gestalten. Mit den Ergebnissen unseres Projekts möchten wir Lehrkräfte dabei unterstützen, eine kindgerechte und lösungsorientierte Unterrichtsordnung zu gestalten.
(Breiwe)
Finanzierung: Das Projekt „RAISE“ wird im Rahmen des Programms „Integration durch Bildung“ durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert (FKZ 66INT11202, Laufzeit: 2024-2027).
Empirische Analysen zeigen, dass auch Schulen in rassistische Strukturen und die (Re-)Produktion rassismusrelevanter Differenzierungen verwickelt sind, wodurch lnklusionserfolge und Bildungschancen eingeschränkt werden. Deshalb soll das BMBF-geförderte Verbundprojekt RAISE dazu beitragen, Wissen über die Bedingungen, Möglichkeiten und Grenzen der rassismuskritischen Personal- und Organisationsentwicklung in Schulen zu gewinnen, um so die Teilhabe aller Schüler*innen in der Migrationsgesellschaft zu verbessern.
Unter der Verantwortung der Verbundleitung an der Universität Siegen wird in einer Wissenschaft-Praxis-Partnerschaft ein Modell der professionellen rassismuskritischen Kompetenz spezifiziert, auf dessen Grundlage eine praxisnahe App für Lehrkräfte gestaltet wird. Diese App ermöglicht die Diagnose der eigenen Kompetenzausprägung und bietet ein automatisiertes persönliches Feedback mit individuell angepassten Informationsbausteinen und Reflexionsimpulsen zur selbstgesteuerten Kompetenzentwicklung. Außerdem beinhaltet sie diversitätssensibles didaktisches Handlungswissen und Räume für vernetztes Empowerment bzw. Powersharing. Zur Grundlegung der App-Funktionen analysiert der Verbundpartner KiTma e.V. aus der Antidiskriminierungsarbeit Anforderungen an eine rassismuskritische Professionalisierung und erstellt Materialien. Nach der Erprobung an Kooperationsschulen wird die App als kostenloses Kompetenzentwicklungstool veröffentlicht. Um zusätzlich Möglichkeiten der Verankerung forschungsgestützter rassismuskritischer Ziele für die Schulentwicklung in schulsystemischen Vorgaben und Institutionen zu erarbeiten, analysiert der Verbundpartner Bergische Universität Wuppertal länderspezifische Schulvorgaben und -angebote, u.a. der Schulentwicklungsberatung. Durch diese Ziele mit ihrer regulativen Funktion erhalten sowohl die Schulentwicklungsberatung im Land als auch die Schulen selbst Impulse für die Implementierung bedeutsamer Aspekte der Rassismuskritik.
(Schuchart / Bühler-Niederberger)
Finanzierung: BMBF Rahmen des Programms "Migration und gesellschaftlicher Wandel“ (100323589, Laufzeit: 2018-2021)
Aufstieg als Integration: Eine Herausforderung für die Institutionen des zweiten Bildungswegs. Das Projekt untersucht, inwieweit Institutionen des zweiten Bildungswegs ihre Anforderungen, Erwartungen, Haltungen, Diskurse sowie die Praktiken im Unterrichtsgeschehen – kurz: ihre "Schulkultur" – an eine veränderte Zusammensetzung ihrer Studierendenschaft anpassen. Dazu geht es folgenden Fragen nach: (1) Mit welchen individuellen Haltungen und Erfolgserwartungen besuchen Studierende mit Migrationshintergrund, die einen rasch wachsenden Teil der Studierendenschaft ausmachen, diese Institutionen? (2) Inwiefern definieren diese individuellen Haltungen eine „Schülerkultur“, d.h. ein in bestimmter Weise von der Studierendenschaft als Ganzes eingegangenes „Arbeitsbündnis“ mit den Lehrkräften sowie Regeln, die unter den Studierenden in Bezug auf die Bedeutung von Schule und Leistung gelten? (3) Welche Passung wird erreicht zwischen (individuellen) Haltungen der Studierenden, (kollektiver) Studierendenkultur und (institutioneller) Schulkultur und inwieweit wird dadurch die Umsetzung der Ambitionen der Studierenden ermöglicht? Damit soll ein Beitrag geleistet werden zur Erforschung der Bedeutung von Erfolgserwartungen und Ambitionen, die im Kontext von Migration zentral sind. Es sollen die Herausforderungen geklärt werden, vor die sich Bildungsinstitutionen – vor allem die des zweiten Bildungswegs – gestellt sehen und ihre Möglichkeiten, diesen gerecht zu werden.
(Bühler-Niederberger / Schuchart)
Finanzierung: ZEFFT Universität Wuppertal. Laufzeit: 06/2017-03/2018
Gegenstand der Vorstudie ist die Diagnose von Verhaltensstörungen bei Grundschülern, die das Lernverhalten in der Schule beeinträchtigen; dabei konzentrieren wir uns auf Diagnosen, die durch die Schule resp. in deren Umfeld angestoßen werden. Es interessiert der soziale Prozess, den solche Diagnosen darstellen. Gemeint ist damit, dass solche Diagnosen keine simple und unweigerlich und immer erfolgende Bezeichnung eines immer schon eindeutigen Zustandes darstellen. Vielmehr werden relevante Wissensbestände interpretiert und verhandelt und ihre Anwendung wird von Merkmalen der Personen, der Situationen und der Interaktionen beeinflusst.
(Buehler-Niederberger, D., Imbusch, P., Schuchart, C. & Westerfeld, K.)
Finanzierung: BMBF Sozialwissenschaften/Bildungswissenschaften im Programm "Kohärenz in der Lehrerbildung / Qualitätsoffensive Lehrerbildung Laufzeit 2015 - 2016
(Schuchart, C. & Buchwald, P.)
Finanzierung: BMBF Rahmen des Programms "Empirische Bildungsforschung" - Ausschreibung "Chancengerechtigkeit und Teilhabe, Sozialer Wandel und Strategien der Förderung (01JC1109) Laufzeit 2012 - 2015
(Schneider, K., Schuchart, C. & Weishaupt, H.)
Finanzierung: DFG Laufzeit 01.03.2008 - 28.02.2011
Eine empirische Analyse für die Städte Wuppertal und Solingen vor und nach dem Inkrafttreten des neuen NRW-Schulgesetzes
(Schuchart, C.)
Finanzierung: DFG (GZ SCHU 2399/1-1) Laufzeit 01-10.2007 bis 30.09.2010