gezeichnet von Nicolle (9)
Der Arbeitsbereich Empirische Bildungsforschung beschäftigt sich mit Fragen des Zusammenspiels des Bildungssystem, Merkmalen des soziokulturellen Hintergrunds sowie Bildungs- und Ausbildungsverläufen. Dies wird untersucht mit Bezug auf das Verhalten sowie Einstellungen und Beurteilungen von Schüler:innen und Lehrer:innen. Bestehende Daten werden genutzt sowie eigene Daten gesammelt, um theoretische Modelle der Bildungsforschung zu prüfen und weiterzuentwickeln. Aktuell fokussieren wir uns u.a. auf folgende Themen: Alternative Bildungswege, Diversität & Digitalität, Politische Sozialisation, Unterrichtsstörungen und Berufsorientierung.
Im Rahmen des Landesprogramms „Kinderrechteschulen NRW“, einem Kooperationsprojekt des Ministeriums für Schule und Bildung NRW, von UNICEF Deutschland e. V. und der Qualitäts- und UnterstützungsAgentur – Landesinstitut für Schule (QUA-LiS NRW), untersuchen wir an der Bergischen Universität Wuppertal, wie sich demokratische Orientierungen und kinderrechtsbezogene Einstellungen im Grundschulalter entwickeln und welche Rolle Schule dabei als Lern- und Erfahrungsraum spielt. Im Zentrum unseres Forschungsinteresses stehen Fragen danach, wie Kinder Partizipation erleben, wie sich ihre Vorstellungen von Fairness, Mitbestimmung und Selbstwirksamkeit verändern und unter welchen schulischen Bedingungen diese Entwicklungen besonders gefördert werden können. Ergänzend betrachten wir, wie sich Haltungen und Handlungsorientierungen im pädagogischen Personal im Verlauf des Programms verändern. Grundlage sind standardisierte, altersangepasste Befragungen von Kindern der Klassen 1 bis 4 sowie von Lehr- und Fachkräften zu zwei Messzeitpunkten. Ziel ist es, die Prozesse der demokratischen Bildung in der Kindheit empirisch besser zu verstehen und daraus Impulse für eine kinderrechtsorientierte Schulkultur abzuleiten.
Im Forschungsprojekt VOICES wird untersucht, wie sich demokratische Werte bei Kindern in der Grundschule entwickeln und welche Rolle schulische Erfahrungen dabei spielen. Im Mittelpunkt steht insbesondere die Frage, inwiefern die Erfüllung grundlegender kindlicher Bedürfnisse im Schulalltag (bspw. Zugehörigkeit, Unterstützung und faire Behandlung) mit der Entwicklung demokratischer Werte zusammenhängt. Dazu werden in Zusammenarbeit mit Studierenden standardisierte Befragungen mit Kindern der 3. und 4. Klassen an Grundschulen in Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Ziel des Projekts ist es, die Bedingungen demokratischer Wertentwicklung in der Kindheit genauer zu verstehen und damit einen Beitrag zur empirischen Bildungs- und Sozialisationsforschung zu leisten.
VOICES ist ein Kooperationsprojekt von Anne Kosubek (AG Grundschulpädagogische Forschung), Fabian Schächt (AG Pädagogische Diagnostik) und Florian Monstadt (AG Empirische Bildungsforschung).
Im Rahmen dieses Forschungsprojekts untersuchen wir Bildungs- und Berufsverläufe von Erwachsenen mit geringer formaler Qualifikation sowie Faktoren, die ihre Weiterbildungsbeteiligung beeinflussen. Im Fokus stehen unterschiedliche Gruppen geringqualifizierter Erwachsener, darunter Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung sowie Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund. Ziel ist es, typische Bildungs- und Erwerbsverläufe sichtbar zu machen und individuelle sowie strukturelle Bedingungen zu identifizieren, die Bildungsentscheidungen im Erwachsenenalter prägen. Grundlage sind Sekundäranalysen großer Datensätze der Bildungs- und Arbeitsmarktforschung (u. a. AES, SOEP und IAB-BAMF-SOEP). Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Barrieren und Potenziale der Weiterbildungsbeteiligung besser zu verstehen und zielgruppenspezifische Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Projektförderung: Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE) gefördert.
Weitere Mitarbeitende im Projekt: Dr. Benjamin Schimke (operative Leitung) und Florian Monstadt
Dauer: 1/2026 – 10/2026
In diesem Forschungsprojekt untersuchen wir, wie abweichendes Verhalten von Schüler*innen im Unterricht entsteht und sich im Zusammenspiel schulischer Interaktionen über die Zeit entwickelt. Im Mittelpunkt stehen Prozesse zwischen Schüler*innen und Lehrkräften sowie die Frage, wie aus alltäglichen Interaktionsmustern langfristig problematische Entwicklungsverläufe oder „deviante Karrieren“ entstehen können. Hierfür werden Unterrichtsbeobachtungen sowie Interviews mit Schüler*innen und Lehrkräften an brasilianischen Grundschulen durchgeführt. Durch die längsschnittliche Anlage des Projekts sollen Entwicklungsdynamiken und Veränderungsprozesse über mehrere Jahre hinweg nachvollzogen werden. Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre.
Projektförderung: CAPES Brasilien
Weitere Mitarbeitende im Projekt: ELIANA DE SOUSA ALENCAR MARQUES (administrative Projektleitung in Brasilien), Thais Lima (Doktorandin), Carlos Eduardo Barbosa (Masterstudent), Mariana Freitas (BA Studentin)
Laufzeit: 2025 - 2028
Benjamin Schimke hat am 19.01.2026 seine Dissertation sehr erfolgreich verteidigt. Die kumulative Arbeit untersucht anhand quantitativer Längsschnittanalysen und experimenteller Studien, unter welchen Bedingungen non-formale Weiterbildung wahrgenommen wird, wie sie in der Personalrekrutierung wirken und damit, welche Rolle sie für berufliche Mobilität spielt. Ein zentrales Ergebnis ist, dass die Wirkungen von Weiterbildung stark kontextabhängig sind und von betrieblichen sowie strukturellen Arbeitsmarktbedingungen geprägt werden. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zur Arbeitsmarkt-, Weiterbildungs- und Berufsbildungsforschung, indem sie individuelle Investitionslogiken, betriebliche Entscheidungen und strukturelle Rahmenbedingungen gemeinsam betrachtet.
Wir gratulieren herzlich zur sehr erfolgreichen Disputation.